RAHMENWECHSEL

Was passiert, wenn der Leser zum Betrachter des Schönen im Sinne von Kants Kritik der Urteilskraft wird; der geborgene & doch begrenzt befähigte Leser — wie in einem Reservat, einem kontrollierten Raum.

Können wir einem Leser helfen, experimentell-erfahrungsbezogenes Wissen zu produzieren & nicht nur Klischees zu reproduzieren?
Können wir eine Störung in der Übertragung erzeugen, die uns hinsichtlich ihrer Produktionsbedingungen zu denken gibt? [Ich kann‹s grade nicht erklären … das ist es, was Störung hier bedeutet]
Wenn also diese Poetik des Lesers ein Machen ist — das z.B. Affekt in Relation setzt — dann ist das eine größere Befähigung.
Oder wirkliches Selbst-Management.
Ein «phatisches« oder »skatologisches« Management, das Kanäle offen hält.
Und Zukunft offen hält.
Mit Dopamin-besprühter Aufmerksamkeit, mit der Suchfunktion als Art zu Lesen — weil sich selbst einzelne Wörter in einem Zustand wilder Fluktuation befinden.
Eine Neurahmung oder Referenztransformation — vielleicht ähnlich Kants Urteil des Erhabenen: wobei das Erhabene das System der Sprache ist — oder des Diskurses, der Geste usw. — das nicht totalisierbar ist.
Sodass ein Prozess der Reflektion & nicht der »Datenverwaltung« ausgelöst wird.
»Schaut auf den Berg!«; erweitert Eure Sicht.
Ich mag Exkursionen.
Oder Rahmenwechsel.
Oder daran erinnert zu werden, das alles anders sein könnte.

Aus: Bruce Andrews, READER REPO

Übersetzt von  Dennis Büscher-Ulbrich

Quelle: Karawa.net

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s